zusammengetragen von Heinz Kaufholz
Direkt am Binnenhafenufer erhebt sich der “Alte Salzspeicher” aus dem 19.Jahrhundert.
Der
mächtige, backsteingemauerte Speicher von 1827 steht auf einer quadratischen Grundfläche.
Drei Böden haben von der Land- und von der Hafenseite her Zugang durch die in der
Fassadenmitte übereinander angeordneten Luken. Das Mansarddach krönt den formschönen
funktionalen Bau, ein Wahrzeichen des Binnenhafens.
Zu Zeiten der Glückstädter Heringsfischerei
1894 - 1976 wurde er als Salzspeicher genutzt. Das steuerbegünstigte Salz kam mit
der Hafenbahn und wurde auf den Speicherboden geschaufelt. Hier wurde es in Kantjes
= Heringsfässer gefüllt. Neben dem Speicher lagen riesige Stappel von Kantjes. Wenn
die Logger auf Fangreise gingen, nahmen sie leere und einen Teil mit Salz gefüllter
Fässer mit. Auf See wurden die mit Treibnetz gefangenen Heringe gekehlt, d.h. durch
einen Kehlschnitt geschlachtet und in die Kantjes gepackt.
Anmerkung: An Salz 50-/60-er
Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden etwa 80 Eisenbahnwaggons á 20 Tonnen verbraucht.
Quelle: Hans-Reimer Möller, Glückstadt, Ein Führer durch das Stadtdenkmal und seine
Geschichte, 4. verbesserte Auflage Glückstadt 2005, Verlag J.J.Augustin Glückstadt
Fotos: Der Salzspeicher in den 1950´er Jahren